AMP – das Ende der eigenen Webseite?

Kaum auf das Suchergebnis geklickt, schon ist die Webseite mit den gewünschten Informationen geladen – Accelerated Mobile Pages verkürzen deutlich die Wartezeit für mobile Nutzer. Doch was bringt es dem Webseitenbetreiber? Eines vorab: Die Abhängigkeit wird stärker. Und das ist einer der Gründe, warum wir gezögert haben und es gerade deshalb gemacht haben.

Der Einstieg ist einfach

Im Grunde genommen sind AMP-Seiten deutlich reduzierte statische Webseiten. Nur die wichtigsten Bestandteile werden eingebaut. Eine kurze Einarbeitung ermöglicht schnelle Ergebnisse.

Aber: Durch die Reduzierung können individuelle Darstellungen von Inhalten nicht immer präsentiert werden.

Ladezeiten unter einer Sekunde

Die schnelle Ladezeit ist wirklich beeindruckend. Untersuchungen zeigen, dass mehr als 40% der Nutzer eine Webseite verlassen, deren Ladezeit über 3 Sekunden dauert. Und hier ist es egal, ob ich in einem gut versorgten Gebiet unterwegs bin oder auf dem Land mit geringer Bandbreite. AMP löst dieses Problem hervorragend.

Bei mehr als 80 Prozent Smartphone-Nutzung ist diese Herausforderung für uns mehr als relevant. AMP hilft neben der App für schnelle Ladezeiten des Kinoprogramms auch in Situationen mit geringer Bandbreite. In Peak-Zeiten zu großen Vorverkäufen werden unsere Server nicht so schwer belastet und die Ticketkäufer erreichen schneller den Buchungsprozess.

Aber: Grundsätzlich sollte die Hauptseite optimierte Ladezeiten haben. Zudem war ich verwundert, dass die AMP-Seite nicht von der eigenen bereitgestellten URL aufgerufen wird. Und damit entstehen auch schon viele Nachfragen, die ich vom Google-AMP-Team wie folgt beantwortet bekommen habe:

1.Wie sieht es mit Aktualisierungen auf der Webseite aus?

Die Webseite wird alle paar Minuten abgefragt und der Cache aktualisiert. Veränderungen sind sofort sichtbar

2. Kann ich die AMP-Seite tracken?

Ja, eine AMP-Seite kann zum Beispiel mit einem eigenen Analytics-Code versehen werden.

3. Ist Werbeeinblendung möglich?

Ja, allerdings ist nicht mehr jede Werbeform und jedes Netzwerk möglich. In meinem Fall waren die wichtigen aber dabei.

Bouncerate halbiert

Auswertungen bei Google Analytics zeigen, dass sich die prozentuale Absprungrate von „AMP-Besuchern“ im Vergleich zu „Besuchern via mobiler organische Suche“ halbiert hat. Das liegt auch daran, weil wir mit den integrierten strukturierten Daten optimierte Suchergebnisse liefern können.

Conversionrate deutlich erhöht

Primäres Ziel unserer Webseitenbesucher ist der Kauf von Tickets. Der Conversion-Funnel ist noch nicht vollständig optimiert – dennoch zeigt sich, dass gerade der Einstieg in die schnelle erste Seite von Bedeutung ist. In den wichtigen Hochphasen können wir somit die hohe Last von „looker“ reduzieren und Kapazitäten für „booker“ freihalten. Und die Steigerungskurve von mobilen Käufen ist fast so immens wie in den letzten Jahren von Webseitenbesuchern mit mobilen Endgeräten.

Fokussierung auf Relevanz für den Nutzer

Zugegeben – wir versuchen sehr viele Informationen und Features auf unsere Webseite zu bekommen. Aber die Kernfrage lautet immer, wie kann ich den Nutzer so schnell wie möglich zu seinem Ziel bringen? So prüfen wir bei den meisten Features inzwischen die Funktionsfähigkeit für AMP. Dies ist ein guter Indikator bei Entscheidungen.

Position und Darstellung auf SERPs verbessert

Natürlich will ich, dass wir bei den lokalen Suchen nach Kinofilmen die ersten Plätze belegen und der potentielle Besucher auf meine Ergebnisse klickt. AMP-Seiten werden mit dem ikonischen Blitz gekennzeichet, da sieht der Nutzer vorab, dass die Seite schnell geladen wird.

Neben den anderen Kinobetreibern sind auch einige starke, redaktionelle Kinowebseiten die um die ersten Plätze buhlen. Unsere AMP-Seiten haben in den letzten Wochen – und in unserem Geschäft sind die Wintermonate entscheidet – für bessere Suchergebnisse in der relevanten Zielgruppe gesorgt. Das Spannende ist, dass AMP-Ergebnisse besser angezeigt werden. Für Publisher, die nicht auf AMP setzen, wird es zu Reichweitenverlusten kommen.

Aber: Google versucht Besucher auf der eigenen Plattform zu halten. Wir machen uns noch abhängiger von dem Suchmaschinengiganten.

Mit der Lieferung von strukturierten Daten kann Google diese Ergebnisse optimal auf der eigenen Seite darstellen. Wer beispielsweise nach Nährwerten oder Rezepten sucht, findet meist schon die Antwort auf Google. Warum sollte er noch die Seite besuchen, die diese Informationen nochmals darstellt?

Fazit:

Wer seine Seite umbauen will, sollte sich vorher die Fragen stellen, welches Ziel er damit verfolgt. AMP wird ein großer SEO-Faktor werden, da die Vorteile auf relevante Rankingfaktoren einzahlen. Dennoch würde ich nur relevante Seiten (Blogbeiträge, Artikelseiten im Shop etc.) anpassen und die technischen Restriktionen abwägen.

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